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Böhse Onkelz - Deutschland im Herbst

 
„Ich sehe alle gegen alle
jeder gegen jeden
keine Achtung vor sich selbst
keine Achtung vor dem Leben
ich sehe blinden Hass, blinde Wut
feige Morde, Kinderblut
ich sehe braune Scheiße töten
ich sehe Dich

 

Refrain (4x):
Deutschland im Herbst

 

Ich höre weiße Geräusche
rassenreine Lieder
ich höre hirnlose Parolen
von Idioten und Verlierern
ich höre die Lügen der Regierung
die Lüge Eures Lebens
die Lügen über uns
ich höre Dich“

 

 

Warum heute dieser Liedtext?

 

Ich muss zugeben ich denke schon einige Zeit über diesen Text nach. Ich habe geringfügige Probleme mit den Metaphern. Meine Interpretation dieses Liedtextes ist ziemlich eindeutig: mit „braune Scheiße“ assoziiere ich ganz klar Menschen mit rechtsradikaler Gesinnung, die auf der Nähe zur braunen NPD bzw. dem damaligen 3. Reich steht. Soweit so gut. In diesem Zusammenhang macht dann auch „Deutschland im Herbst“ Sinn:

 

„Stephan: Die Vorfälle im letzten Jahr, Rostock, Mölln, usw., sind an uns nicht spurlos vorbeigegangen. "Deutschland im Herbst" ist unsere Reaktion auf diese Ausschreitungen, und die Wortwahl zeigt deutlich, was wir davon halten: Braune Scheiße, das sind diese Chaoten für mich, nicht mehr und nicht weniger.“
(Rock Hard, 1993)

 

 

Allerdings habe ich persönlich Probleme mit dieser Metapher. Sie ist zwar eindeutig, aber hier werden Begriffe verwendet, die eigentlich in einem gänzlich anderen Zusammenhang stehen. Der „Deutsche Herbst“ in seiner „ursprünglichen“ Bedeutung steht schließlich für das genaue Gegenstück der rechtsradikalen Ausschreitungen, den linksradikalen Terror der RAF. Mit der  deutschen Gesellschaft zur Hochzeit der ersten Generation der RAF im Herbst 1977 befasst sich der Dokumentarfilm „Deutschland im Herbst“, woraus sich der heute geläufige Begriff „Deutscher Herbst“ als Bezeichnung für die damalige Zeitspanne ableitete.
Persönlich habe ich den Film noch nicht gesehen („Mist, schon wieder ne Bildungslücke… ich werde das möglichst bald nachholen:&ldquo aber die Geister scheinen sich an dieser Arbeit wie fast überall zu scheiden.

 

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Für mich ist es in diesem Zusammenhang schwer dieses Lied ganz im Kontext der Verachtung der rechtsradikalen Taten zu sehen. Zu sehr ist die ursprüngliche und geläufige Assoziation verankert. Ich bezweifle, dass die Band mit Absicht diesen hier doppeldeutigen Begriff verwendet hat und ich frage mich, ob es wirklich sinnvoll ist den Begriff aus seinem Kontext zu reißen und eine 180 Grad Wendung vollführen zu lassen.

 

Ich weiß, eigentlich kein wirklich wichtiges Thema, aber es lässt mich nicht los… jedes Mal wenn ich dieses Lied höre, stößt mir dieses Problem wieder auf… daher musste ich das einfach mal loswerden…

 

Vielleicht geht es ja den meisten völlig anders dabei… und ich bin einfach zu fixiert… *Schulternzuck*
6.4.07 13:34


Wie weit dürfen wir gehen? (oder auch: Ein Plädoyer für die Menschenrechte!)

 

„Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

„Artikel 2

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. (... )“

„Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (... )“

Es war ein langer und harter Weg bis zu diesen Grundrechten, die uns heute nahezu selbstverständlich erscheinen. Wohl kaum ein Volk hat in der jüngeren Geschichte auf so drastische Weise erfahren müssen, was passiert, wenn eine Gesellschaft sich nicht mehr geschlossen zu dieser Basis des menschlichen Umgangs miteinander bekennt.

Es ist schon fast eine grausame Ironie, dass uns unsere Vergangenheit so übel aufstößt, dass wir glauben, wir dürften, nein vielmehr müssten, um auch wirklich überzeugend unsere Toleranz gegenüber der Multikulti-Gesellschaft zu demonstrieren, genau das untergraben, was uns in jener Zeit abhanden kam. Aber hört nicht Toleranz, an genau dem Punkt auf, an dem die Würde eines anderen, das Recht auf körperliche Unversehrtheit als auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau verletzt werden? Sollte es in Deutschland nicht völlig gleichgültig sein, ob ein Deutscher „ohne Migrationshintergrund“, wie man so schön sagt, seine deutsche Frau „ohne Migrationshintergrund“ schlägt, oder ein Deustcher, der im muslimischen Glauben und in einem völlig anderen soziokulturellen Hintergrund aufgewachsen ist, seine Frau, mit gleichem soziokulturellen“ Hintergrund schlägt?

Wenn man ein Urteil mit dem Koran und dem soziokulturellen Hintergrund begründet, „die Frau müsse erwartet haben, dass der Man sie schlage“, darf dann auch ein deutscher Mann zuschlagen und auf mildernde Umstände hoffen?

Wo liegt die Grenze zwischen der Bedeutung des soziokulturellen Hintergrunds und dem Verstoß gegen die Menschenrechte jedes einzelnen Deutschen?

Die staatliche Gewalt hat die fundamentale Aufgabe seine Bürger zu schützen. Was aber wenn die Judikative den sozikulturellen Hintergrund des Täters gegen die Grundgesetze des Opfers abwägen soll? Wie kann es dazu kommen, dass der soziokulturelle Hintergrund den Täter zum Opfer werden lässt?

Hier kommt eine weitere entscheidende Frage ins Spiel: Wie konnte besagter Täter überhaupt deutscher Staatsangehöriger werden, wenn er nicht einmal die Grundrechte akzeptiert, sondern stur keinen Millimeter von seinen kulturellen Wurzeln abzuweichen bereit ist?

Ich finde, es ist, bei aller Toleranz, endgültig an der Zeit ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen für unsere Grundrechte. Denn ich, da bin ich ganz sicher, möchte weder heute noch morgen in einem Land leben, in dem die Grundrecht verstümmelt, übergangen, unterwandert oder gar außer Kraft gesetzt werden.

29.3.07 14:05


Eindrücke eines Interviews… (oder auch: Gedanken einer Unkundigen)

 

Spiegel: Glauben sie denn, dass der Krieg im Irak sich doch noch gewinnen lässt?

Rice: Ja natürlich, ich glaube es wird gelingen. (... ) Also langsam bin ich wirklich ein kleines bisschen verwirrt… Wir gewinnen den Krieg, wir verlieren den Krieg, wir gewinnen den Krieg, wir verlieren den Krieg… ja was denn nun?!?!

(... )

Rice: (... ) Ich glaube jedermann, und das war in der Region selbst auch so, ist beeindruckt und erfreut, dass es ein erneuertes Engagement der Amerikaner für den Irak gibt Na, ich weiß nicht recht… schließlich gilt doch: Schlimmer geht’s immer! Ganz besonders, wenn die Bush-Regierung die Finger im Spiel hat… mal gänzlich davon abgesehen, dass unserem guten George sein Volk momentan gehörig den Marsch bläst von wegen neues Soldaten in den Irak pumpen!  und dass Präsident Bush nicht auf diejenigen hört, die sagen: Überlass die Iraker doch ab jetzt einfach ihren eigenen Problemen. (... ) Würde ich auch nicht tun an seiner Stelle… kommt wieder zu schnell ein Saddam, der ihm kein Öl geben will…!

(... )

Spiegel: Ist es nicht an der Zeit, direkte Gespräche mit Iran aufzunehmen?

Rice: Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube vielmehr, dass die Iraner täglich die internationalen Auflagen verletzen. Ich glaube, dass sie sich an Operationen beteiligen, die im Irak zum Tod amerikanischer Soldaten führen. (... ) Genau, aber wohlgemerkt nur AMERIKANISCHER Soldaten…die schießen nämlich immer an allen anderen vorbei…und bevor sie den bösen Jungs Sprengstoff geben, bringen sie ihnen bei erst die Zivilisten und nicht-Amerikanern zu evakuieren, damit auch bloß amerikanische Soldaten in die Luft gesprengt werden…! Lustigerweise muss sie es ja noch ein zweites Mal erwähnen…

(... )

Rice: (... ) Wir werden nicht herumsitzen und zulassen, dass sie sich an Operationen beteiligen, bei denen unsere Soldaten ums Leben kommen. Amerikaner in die Luft II…ein bisschen gesunder Patriotimus hat noch keinem Land geschadet, nicht wahr Frau Rice…

(... )

Rice: (...) Stellen wir uns vor, wir setzen uns mit den Iranern zusammen. Glaubt irgendjemand wirklich, dass sie dann sagen: Gut, wir reden über die Stabilisierung des Irak, aber wir haben keine Forderungen zu unserem Atomprogramm? Oder nehmen wir die Syrer: Wir wollen über die Stabilisierung im Irak reden, aber wir haben keine Forderungen den Libanon betreffend? Natürlich wäre ihr einziger Beweggrund, mit uns zu reden, einen Vorteil für sich selbst herauszuschlagen. Genau, die sind nämlich voll böse! Weil die Amerikaner, die sind total nett. Die wollen nämlich helfen, ohne irgendeinen Vorteil davon zu haben, total selbstlos!  Das ist aber keine Diplomatie, sondern Erpressung. Das heißt, dass Diplomaten sich stundenlang darüber streiten wie sie vorgehen könnten ohne dass jemand am Ende einen Vorteil hat… nun gut, war mir zwar neu, aber durchaus eine interessante Definition, werde das bei Gelegenheit mal durchexerzieren…

(... )

Rice: (... ) Ich befürchte, sie [die Syrer] würden nur mit uns reden, um für sich einen Vorteil zu erringen. Und das ist ein Preis, den wir nicht zahlen wollen. Eben, weil sie ja dann einen Nachteil haben, was bedeutet, dass die Syrer einen Vorteil haben, was ja bei Diplomatie nicht passieren darf. Wie ist das eigentlich, wenn wir diplomatische Beziehungen mit Amerika unterhalten und der Irak dabei einen Vorteil ha oder womöglich alle…? Achso… ich vergaß, das ist ja Erpressung…

(... )

 

28.1.07 23:07





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